Uber verschrottet Jump E-Bikes: Schwachsinn kein Einzelfall

Uber entschied sich am 7. Mai dazu, seine „Jump“-Tochter an Lime zu verkaufen. Über Jump konnte man E-Bikes und E-Scooter in manchen Ländern ausleihen. Nun landen die Fahrräder und Scooter auf dem Schrott. Videos dokumentieren die Zerstörung. Doch der Aufschrei ist „deplatziert“. Denn dies geschieht jeden Tag mit Waren von Elektrodiscountern, Baumärkten, Lebensmittelhändlern und anderen.

2018 wollte Uber sich zwar mehr auf seine elektrischen Fahrräder und Scooter konzentrieren, doch spätestens seit der Covid-19-Maßnahmen fällt es schwer, mit dem Verleih der Geräte Geld zu verdienen. Also entschied Uber sich am 7. Mai dazu, das Jump-Geschäft an Lime zu verkaufen. In Europa ist die Übernahme noch nicht abgeschlossen, weshalb es zum Beispiels in London nach wie vor rote Jump-Räder gibt. Doch es ist dann nur eine Frage der Zeit, bis das Geschehen auch hierzulande ähnlich ausfallen könnte.

Uber lässt verschrotten

In den sozialen Netzwerken tauchten nun Videos auf, die die Verschrottung von Lastwagen-Fuhren voller E-Bikes zeigen. Uber selbst gibt an, dass die Geräte wartungsintensiv seien und Endverbraucher sie nicht ohne weiteres hätten aufladen können, weil die passenden Ladestecker dazu in Haushalten nicht vorhanden seien.

Heard the decision may lie with @limebike instead of @JUMPbyUber. Maybe someone has a contact that can see value in a better outcome? Keep the message going! #CreateChange #SenselessWaste #BikesForKids 👧👦 pic.twitter.com/TeMIpQ1hi3

— Cris Moffitt (@CrisMoffitt) May 27, 2020

Spontan gibt es in den sozialen Medien viel Kopfschütteln, teilweise Wut und immer auch Ideen, wie man das Verschrotten verhindern hätte können.

Kein Einzelfall

Doch worüber Aaron Gordon für Motherboard berichtet ist kein Einzelfall. Ganz im Gegenteil. Es ist vor allem aus ökonomischen Zwängen heraus eine Normalität im Kapitalismus.

Denn das System funktioniert ja wie folgt: Jedes Jahr kommen neue Geräte in den Handel, die besser oder schneller oder beides sind als das Vorjahresmodell. Nun kann man auch lesen…